Max Herfert Presse

Max Herfert
Max Herfert
Die Presse


Herfert in der Presse
"Ein boxendens Multitalent"
"Andere Bilder"
"Der Maler und Boxer..."
"Häßlichkeit, die dritte"
"Die fünf Weisen"
"Max Herfert stellt in..."
"Portrait"
"Portrait"
"Autodidakt mit Mut..."
"Das Flehen um Beachtung"
"Ein bekenndender Faustkämpfer..."
"Das Portrait"
"Trotz Blessuren ein Hit"
"Vor der Kunst: Schweiß ..."
"Die sanfte Faust des Boxers"
"Großes Boxspektakel..."
"Turbulentes Boxspektakel..."
"Nennt mich einen Exhibitionisten"
"Ehrlichkeit und Mut zu ..."
"Kunst = Kreativität"
"Herferts Häßlichkeit"
"Der Boxer, der malt"
"Prinz Kunstcritics"
"Ring frei"
"Galerien-Kalender"
"Behämmerte Titte"
"Max Herfert zeigt..."
"Die Neue Häßlichkeit"
"Verzicht auf Macht"
"Max Herfert"
"Beim Boxen bin ich friedlich"
"Von einem, der auszog, den..."
Maintal Tagesanzeiger 10.2.1996
Südwestpresse, Tübingen 10.2.1996
Informationsdienst KUNST 23.1.1996
Reutlinger Nachrichten 23.1.1996
Heimat & Welt, Reutlingen 30.12.1995
Reutlinger- General Anzg. 18.10.1995
Hallo, Reutlingen 11.10.1995
Boot Murder News 8/1995
Box Sport, Köln 13.6.1995
Reutlinger General Anzg. 3.6.1995
Schwäbische Zeitung, Ulm 1.6.1995
Reutlinger Wochenblatt 1.6.1995
Wochenblatt, Reutlg./Tübg. 24.5.1995
Reutlinger Nachrichten 23.5.1995
Südwestpresse, Tübingen 22.5.1995
Reutlinger General Anzg. 22.5.1995
Reutlinger General Anzg. 22.5.1995
Reutlinger Nachrichten 19.5.1995
Reutlinger General Anzg. 19.5.1995
Reutlg./Tübinger Wochenbl. 18.5.1995
Südwestpresse, Tübingen 26.4.1995
PRINZ, Stuttgart Mai 1995
PRINZ, Stuttgart Mai 1995
Kultimativ, Reutlg./Tübg. Mai 1995
art, Hamburg Mai 1995
Südwestpresse, Tübingen 2.11.1994
Reutlinger General Anzg. 18.10.1994
Reutlinger Nachrichten 28.10.1994
Südwestpresse, Tübingen 31.12.1994
Buch: Menschen unserer Zeit 1991
Südwestpresse, Tübingen 1.12.1986
Schwäbische Zeitung, Ulm 11.l0.1983

Südwestpresse, Tübingen 2.11.1994

Behämmerte Titte

"1969: Begegnung mit Jimi Hendrix in Frankfurt" verrät die Biographie des Maximilian Holger Berthold Herfert. Die Begegnung war prägend: in der Folge studierte der heute 41jährige nicht nur evangelische Theologie, sondern auch Psychologie. Er begann das Boxen (und wurde viermal württembergischer Vizemeister im Schwergewicht). Er eröffnete ein Musikgeschäft, in dem auch der Autor dieser Zeilen bisweilen verkehrt, und singt mit anhaltender Publikumsresonanz in einer Rockgruppe namens "Good'n Amnd". Er drückt jedem der in sein Geschäft Eintretenden herzlich die Hand. Am Sonntagamnd nun sorgte Maximilian Holger Berthold Herfert vor und in dem einschlägig bekannten Reutlinger Lokal "Kaiserhalle" für gewaltigen Publikumsauftrieb: schöne Frauen in langen und kurzen Röcken, Männer mit Ohrringen, Musiker mit ausrasierten Schläfen (was offenbar eine Referenz an den Meister selbst darstellen sollte). Was war geschehen? Was zu erwarten? Um es kurz zu machen: die "Kaiserhalle" stellte Bilder (und eine Skulptur) des Max Herfert aus, und der Ausstellungs-Titel "die neue Häßlichkeit" hatte sich in der Reutlinger Szene wie ein Lauffeuer verbreitet. Diplom-Psychologe André Schnisa (Ex"Schwoißfuaß") sollte sprechen. Unglaubliche Enge. In stetem Körperkontakt zu seinem Nächsten schabte man an den Kunstwerken entlang, besah "Die vier Geschworenen" und "Die Angst des Boxers" (Selbstportrait IV)", erkannte ein überdimensioniertes Elvis-Presley Maul. Dem "Mann und dem Werk" (siehe oben) war denn auch die Eröffnungsansprache gewidmet, die Schnisa mit semikabarettistischer Philosophizität, um es exakt zu benennen, extemporierte. Irgendwie locker, aber auch ernst. Schnisa hob auf Maribault ab und darauf, daß der Künstler exhibiere. "Die Avantgardisten von gestern sind die Klassiker von heute und die Zombies von morgen", sagte Schnisa unter dem beifälligen Gemurmel des Auditoriums. Auch Max Herfert zeige "echte Gefühle". Nach kurzem Exkurs zu Adorno und Freud, zur Theophagie und den Problemen der Moderne kehrte Schnisa wieder zu Maribault zurück:"Es kam ihm darauf an, in kein Lexikon zu kommen". Dies sei auch Herferts Anliegen, des "Reutlinger Geschäftsmanns der dritten Art". Herfert sei "noch nicht angezählt". So seht denn, was es zu sehen gibt", schloß Schnisa: "ein Stück vom Herzen des Boxers". Die Stücke, die sich Herfert aus dem Herzen gerissen hatte, trugen in der Tat starke Titel: "Tränen, Blut und Wichse" war ein Objekt benannt, um das sich gleich zahlreiche potentielle Käufer scharten. Auch die Skulptur "Frau am Abgrund" fand allgemeines Interesse. Herzstück der Ausstellung aber sind zweifelsohne , die Hamarelle, Bilder bei der die Aquarellfarbe mit dem Hammer aufgetragen wird. Hier sehen wir nicht nur "Waldsterben" (offenbar aus einer früheren Schaffensperiode), sondern auch, pointillistisch, eine "Titte", sowie das gebrochene Herz". In allen Werken ist eine starke Leiblichkeit zu spüren, verzogene Sinnesorgane, an E.M.C. Eschergemahnende Körperlabyrinthe. Manche Bilder erinnern an Paul Klee und Max Ernst - wäre da nicht diese Wildheit, die jedoch, um es vernissagenmäßig zu sagen, konzeptuell gebändigt wird. Soll man Maximilian Holger Berthold Herfert einen Konstruktfauvisten nennen? Man soll nicht. Das Schöne ist, daß Max Herfert einfach so malt und auch holzschneidet, manches besser, manches schlechter, "Bilder der Aggression, Trauer und Lust". Uli Beeg improvisierte auf dem Akkordeon, und es war ein friedvoller, ein guter Abend.
Christian Gampert

Herfert in der Presse


Wochenblatt Reutlingen 1. Juni 1995

Das Portrait: Max Herfert

"Ja, nennt mich nur einen Exhibitionisten - ich behaupte aber niemals ein Künstler zu sein! Die Kunst ist ohnehin am Ende - fin de siècle. Zurück bleibt nur das Flehen um Beachtung und Unsterblichkeit." Dieses angebliche Zitat eines gewissen "Maribault" aus dem Jahr 1921 stammt eigentlich von Maximilian Holger Berthold Herfert, besser bekannt unter dem Namen Max. Ein Mann der Widersprüche und Stilbrüche, der sich nicht in eine bestimmte Schublade einsortieren läßt. Ist er Künstler, Musiker, Boxer oder Musikalienhändler? Eigentlich alles gleichzeitig. Und nebenbei ist er auch noch Vater von drei Kindern und seit 21 Jahren verheiratet. Geboren wurde Max am 19. Mai 1953 in Raibach im Odenwald. Mit 20 Jahren verließ er dann seine Wahlheimat Dömigheim (liegt zwischen Frankfurt und Hanau) und kam nach Reutlingen. Hier eröffnete er 1976 einen Musikladen - der erste, wo sich die aufkeimende Musikszene Reutlingens traf und die neuen Instrumente auch mal ausprobieren durfte. Manch einer der ersten Stunde denkt noch heute wehmütig an die samstäglichen Sessions in der ehemaligen Garage in der Jakobstraße. Der heutige Musikladen liegt in der St.-PeterStraße und ist nach wie vor der beste Ort, die Musiker in und um Reutlingen zu treffen. Er studierte in Tübingen Theologie, Biologie, Philosophie und Psychologie. Mit 30 Jahren betritt Max Herfert den Boxring, sparrt mit Prominenten der Boxriege, macht selbst Musik - und seine Kunst. Mit der kommt er zum ersten Mal im Herbst 1994 an die Öffentlichkeit und sprengt gleich sämtliche Dimensionen, was die Besucherfrequenz einer EinTages-Ausstellung angeht.

Er ist zweifelsohne beliebt - und zwar nicht, weil er bequem ist, sondern weil er in all den Jahren sich selbst treu blieb. Er ist kein geselliger Mensch in dem Sinn, daß er stets auf Konzerten oder in Reutlinger Kneipen anzutreffen ist. Er sagt selbst, daß er sich da eher ausklinkt. Sein "Alles-oder-nichts-Denken" läßt ihn eher zurückgezogen leben. Auch das ein Widerspruch zu seinem Laden, wo er sehr viel mit Menschen (auch schwierigen) zu tun hat. Er ist immer bereit, bis ans Äußerste zu gehen - ob im Boxring, in der Musik oder in der Kunst. Und er sagt von sich, da er sich gerne mit anderen mißt. Dabei verliert er aber nicht den Bezug der Realität, macht sich auch über sich selbst lustig und ist dennoch ernst bei der Sache. Soll er sich selbst mit einigen Attributen beschreiben, so wählt er Ehrlichkeit, Mut und große Emotionalität aus. Man nimmt ihm einfach ab, daß das, was er tut, ganz tief aus seinem Inneren kommt. Es gibt mit Sicherheit bessere Sänger, Gitarristen, Boxer und Maler - aber Max tut all das mit einer ihm eigenen Inbrunst, daß es schlechtweg akzeptiert wird. Und er mobilisiert Menschen, zu seinen Auftritten (musikalisch oder künstlerisch) zu kommen. Seine Band "Good'n'Amnd" pausiert gerade, vom Boxkampf zu seiner Ausstellungseröffnung am 21. Mai wird man noch lange reden und Max tut, was er immer tut: Er macht sein Ding. Und genau das ist es, was diesen schwer zu beschreibenden 1,90 Meter Mann mit kräftigem Händedruck und sanfter Stimme ausmacht: Personality.
-Li/Foto: nina

Herfert in der Presse


Reutlinger General Anzeiger 19. 5. 1995

Ehrlichkeit und Mut zu ungeschminktem Realismus
Max Herfert eröffnet seine Ausstellung "Die neue Häßlichkeit" in der Galerie Guth-Maas & Maas mit einem Boxkampf

Einem Schwergewichtsboxer, der sich als Künstler "outet", ist die Aufmerksameit sicher. Zumal wenn er so bekannt ist wie Max Herfert in Reutlingen. Seine erste Ausstellung im letzten Spätherbst in der Wirtschaft "Kaiserhalle" wurde denn auch regelrecht gestürmt. Aber nicht nur von den üblichen Vernissage-Gästen - diese Feststellung ist Max Herfert wichtig. Das Publikum war bunt gemischt, laut Herfert: "Leute vom Albverein, Punker, Kunstleute, Boxer".

Unter den Neugierigen befand sich auch der Galerist Reinhold Maas, der in der früheren Heinzelmannfabrik genau den Raum hat, der Max Herfert für seine Ausstellung vom 21. Mai bis zum 7. Juni vorschwebte. Darin hat nämlich nicht nur Kunst, sondem auch ein Boxring Platz. Herfert: "Mit den Bildern zeige ich doch einen recht intimen Teil von mir. Boxen gehört aber auch dazu!". Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag um 18 Uhr wird also Max Herfert, viermaliger württembergischer Vizemeister und Sparringspartner von Markus Bott und Alexander Künzler, in den Ring treten und über sechs Runden gegen seinen Freund Bernd Friedrich aus Neuwied (Deutscher Schwergewichtsmeister der Profis 1994) kämpfen.

Ehrensache, daß die Boxerfreunde, an der Spitze Box-Promoter Ebby Thust und René Weller, dabei sein werden. Ein Sportsmann aus Schwäbisch Gmünd erkundigte sich vorsorglich nach der Kleiderordnung im Kunsttempel. Auch aus der Rockmusikszene werden Besucher erwartet, denn Max Herfert, im Brotberuf Musikalienhändler, ist maßgeblich aktiv bei der Band "Good'n'Anmd", die sich auf Rock-Oldies eingeschossen hat. "So kommen Leute dazu, Bilder anzugucken, die das noch nie gemacht haben", schmunzelt Max Herfert. "Die neue Häßlichkeit" als Titel für seine Bilder solle man nicht so wörtlich nehmen, lenkt er ein. Dies wende sich nur gegen die gelackte, langweilige "Schönheit" etwa von amerikanischen Fernsehserien-Gesichtern. Faltige, unebene Gesichter finde er viel interessanter, weil sie vom wahren Leben erzählten. Er wolle schließlich mit seiner Kunst etwas bewegen, um die Menschen zum besseren Umgang miteinander zu bringen. Die ungeschönte Wiedergabe der Wahrheit bedeute keineswegs, daß er sich nicht von ästhetischen Formen entzücken ließe. So sei er ein absoluter Fan von italienischen Automobil-Designern. Die Heckflosse des Ferrari Testarossa sei seiner Meinung nach einer Frauenbrust nachempfunden. Seine Beweis-Zeichnung nennt Max Herert unbekümmert chauvihaft "Ferrari Tittarossa".

Ehrlichkeit und Mut zu ungeschminktem Realismus, das hält Herfert für die entscheidenden Merkmale seiner Bilder. Eine Kunstausbildung hat er nie genossen, hält er auch nicht für nötig. Entsprechend unterschiedlich in der Qualität sind seine Werke, die von schlichten Konturenzeichnungen bis zu ausdrucksstarker Objektkunst, von Druckgraphik bis zur Holzskulptur reichen. Beim Gespräch nestelt er aus seiner Lederjacke eine in Tuch gehüllte, feinst gearbeitete Lindenholzbüste heraus. Die handwerkliche Perfektion bezahlte er freilich mit einer Blessur in der mächtigen Boxerhand: "Da mußte ich zwischendurch zum Nähen ins Krankenhaus".

Max Herferts zur Schau getragene Naivität täuscht. Sein so einfach wirkendes Bekenntnis, "Kämpfen ohne zu demütigen", ist nicht nur durch die Lebenserfahrung des Boxers und Familienvaters von drei Kindern unterfüttert, sondern durchaus auch intellektuell. Der 1953 als Maximilian Holger Berthold Herfert im Odenwald Geborene legte das beste Abitur seiner Schule in Hanau ab und studierte unter anderem evangelische Theologie und Philosophie, freilich ohne Berufsperspektive. Anders als viele ordnete er sich der scheinheiligen Gesellschaft nicht brav unter, sondern wählte seinen eigenen Weg, auf dem die Körperkraft mitzählt.

Auch sein Einzug in die Kunstszene ist selbstbestimmt und stemmt sich gegen alles Aufgeplusterte. Sein Einladungsfaltblatt, illustriert mit der unbekleideten durchtrainierten Rückfront des Künstlers, verhohnepiepelt lustig die üblichen Künstler-Biographieangaben, indem etwa ein Konzertbesuch als "Begegnung mit Jimi Hendrix in Frankfurt" auftaucht, die Schulzeit als "Studium bei Dr. Anton Wehner und Dr. Wolfgang Haseloff in Hanau" oder ein Urlaub als "Aufenthalt in Caorle/Italien". Für ein sinngebendes Zitat auf der Einladung erfand Max Herfert kurzerhand den Autor Maribault, der angeblich 1921 gesagt haben soll: "... ja, nennt mich nur einen Exhibitionisten - ich behauptete aber niemals ein Künstler zu sein! Die Kunst ist ohnehin am Ende - fin de siècle. Zurück bleibt nur das Flehen um Beachtung und Unsterblichkeit."
Monique Cantré

Herfert in der Presse


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